Pressemitteilung


15.09.2017


Viele Aspekte von Demenzerkrankungen thematisiert: Publikum bedankt sich mit viel Applaus bei Prof. Dr. Karl M. Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin für abwechslungsreichen Vortrag

PRESSEMELDUNG
für die Caritas Trägergesellschaft West in Düren
15. September 2017

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem) v.l.: Prof. Dr. med. Karl M. Einhäupl, Carolina Rachel, Aglaia Rachel-Tsakona und Dipl.-Kfm. Bernd Koch

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Viele Aspekte von Demenzerkrankungen thematisiert:
Publikum bedankt sich mit viel Applaus bei Prof. Dr. Karl M. Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin für abwechslungsreichen Vortrag
Caritas Trägergesellschaft lud ein - Schirmherrschaft von Thomas Rachel, MdB - Herausforderung Demenz – Chancen und Grenzen der Medizin

Ein gemischtes Publikum mit Ärzten und Pflegefachkräften, aber auch Bürgern, Politiken und Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, hatte die Einladung der Caritas Trägergesellschaft West (ctw) zum Vortrag von Prof. Dr. Karl M. Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin zum Thema Herausforderung Demenz – Chancen und Grenzen der Medizin unter Schirmherrschaft von Thomas Rachel, MdB, angenommen. „Erhellend“ war er für alle Gäste, wie im Anschluss zu hören war.
Im Leopold-Hoesch-Museum Düren begrüßte zunächst Diplom-Kaufmann Bernd Koch, Geschäftsführer der ctw, die Anwesenden und zeigte Herausforderungen auf, die mit der zunehmenden Anzahl von Demenzerkrankten einhergeht – für die Gesellschaft, aber auch für die Partner im Gesundheitswesen.
Thomas Rachel hatte kurzfristig seine Teilnahme absagen müssen, weshalb seine Tochter Carolina Rachel dessen Part über die Leistung der Gesundheitsforschung für den medizinischen Fortschritt übernahm. Thomas Rachel, MdB, ist seit vielen Jahren Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Gesundheitsforschung macht einen großen Teil der Förderung des Ministeriums aus. Hierbei stehen die Volkskrankheiten im Vordergrund, einen Schwerpunkt bildet die Demenz. Ziel ist es, die Krankheit zu verlangsamen oder sogar zum Stillstand zu bringen. Ein weiteres gefördertes Projekt des Ministeriums war die PRISCUS-Liste potenziell inadäquater Medikation für ältere Menschen der Privaten Universität Witten/Herdecke und des HELIOS Klinikums Wuppertal, um zu ermöglichen, dass ältere Menschen keine als für sie ungeeignet geltenden Medikamente erhalten.

Prof. Einhäupl legte anschließend dar, dass die „Fassade des Menschen bei Alzheimererkrankten erhalten bleibt“, sie sind mobil und lebhaft. Dies war auch etwa bei Auguste D. der Fall, wie das Protokoll Alois Alzheimers zeigte, dass der Arzt über seine Patientin Anfang des 20. Jahrhundert verfasste und damit die später nach ihm benannte Erkrankung beschrieb.
Auch Prof. Einhäupl verdeutlichte, dass der Anteil an erkrankten Menschen zunehmen wird. Ziel soll es sein, die Krankheit aufhalten zu können. Wichtig sei es, die Krankheit besser zu verstehen, zu wissen, welche Faktoren die Alzheimererkrankung so begünstigen, dass „wir sie beeinflussen können“.
Bei Präventionsmaßnahmen machte er deutlich, dass nichts gesichert sei. Lohnend erscheine, zu hohen Blutdruck zu senken – dies wirke sich auch positiv darauf aus, Risiken für andere Erkrankungen zu senken.
Er erklärte, wie man im Gehirn die Erkrankung erkennt und wo heutige Medikamente ansetzen, um Erinnerung und Denkvermögen noch einige Zeit zu bewahren.
Anschließend erläuterte er, dass die benigne, also gutartige, Altersvergesslichkeit von der Alzheimererkrankung zu unterscheiden ist. Namen zu vergessen ist kein Hinweis auf Demenz. Was man szenisch sieht, behalte man besser als Abstraktes. Wenn sich jemand aber in der Nachbarschaft oder gar in der eigenen Wohnung verläuft, ist dies ein Alarmzeichen.
Prof. Einhäupl ging anschließend auf Diagnosemöglichkeiten ein. Diese beinhalten auch den Ausschluss anderer Erkrankungen. Denn es gibt heilbare oder behandelbare Demenzen, wenn eine andere Erkrankung mit Vergesslichkeit einhergeht. Dies muss jedoch frühzeitig erkannt und behoben werden.
Zum Abschluss wies er auf verschiedene Diskurse (konstitutiv, ökonomisch, rechtlich, biologisch, ethisch) hin, die bezüglich Demenzen geführt werden. Er selbst plädiert für eine Abwendung von der paternalistischen Haltung hin zur Akzeptanz des Willens der Patienten.
In der anschließenden Diskussion und Fragerunde standen die ethischen Fragestellungen im Alltag im Vordergrund, wie vorhandene Willensbekundungen oder Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige.


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