Pressemitteilung


03.12.2010


„Patienten möchten narbenfreie Operationen”

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus Düren
und das St. Marien-Hospital Düren
03. Dezember 2010

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

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„Patienten möchten narbenfreie Operationen”
Chefärzte der Chirurgien St. Augustinus Krankenhaus und St. Marien-Hospital vermeiden sichtbare Narben durch spezielle Eingriffstechniken


Priv.-Doz. Dr. med. Claudia Rudroff (Chefärztin der Chirurgie St. Augustinus Krankenhaus) und Dr. med. Dieter Reichenbacher (Chefarzt der Chirurgie St. Marien-Hospital) vermeiden größere sichtbare Narben durch spezielle Operationsverfahren:
Die so genannten Single-Port-Operationen sind minimal invasive Verfahren, die einen statt mehrere Zugänge – etwa durch den Bauchnabel – verwenden. Bei den so genannten NOTES-Eingrifftechniken wird der Zugang zu den Bauchorganen über natürliche Körperöffnungen – wie Magen oder Scheide – gesucht und dadurch keine sichtbaren Narben hinterlassen.

Beide Techniken gehören zur minimal-invasiven Chirurgie (MIC): Diese ermöglicht bereits seit mehr als 25 Jahren schonendere Operationsmethoden aufgrund der endoskopischen Operationstechnik, also der Schlüssellochtechnik, die mit kleinen Schnitten auskommt. Mit der Weiterentwicklung der endoskopischen Chirurgie können die Chirurgen noch unmerklicher vorgehen.

Die Chefärztin der Chirurgie am St. Augustinus Krankenhaus, Priv. Doz. Dr. med. Claudia Rudroff, erläutert die Methode der Single-Port-Operation am Beispiel der Entfernung der Gallenblase: „Die Gallenblase kann bei einer Operation über einen kleinen Schnitt im Bauchnabel entfernt werden. Bisher waren ein großer Schnitt oder vier kleinere erforderlich.” Vor allem bei einem großen Schnitt von etwa 10 cm Länge barg die große Narbe am rechten Oberbauch die Gefahr, schlecht zu heilen. „Heute gelangt der Chirurg über den Nabel mit einem Schnitt von ca. 2 cm Länge ins Bauchinnere. Hier ist die Bauchwand dünn und der Abstand zu den Organen groß”, so Rudroff. Nur wenn die drei vorgesehenen Instrumente dort nicht reichen, kann ein Hilfsschnitt an der Seite von 2-5 mm erforderlich werden. In Frage kommen für diese Operationstechnik Eingriffe an der Gallenblase, am Wurmfortsatz, bei Verwachsungen und auch am Dickdarm. Von der Narbe ist nach der Operation so gut wie nichts zu erkennen. Die Methode kommt jedoch nicht für alle Operationen in Frage: Nach Voroperationen und bei akuter Entzündung kann sie nicht angewendet werden.

Dr. med. Dieter Reichenbacher, Chefarzt der Chirurgie am St. Marien-Hospital, erläutert die NOTES-Eingriffstechnik: „Das Besondere an der neuen Operationsmethode ist die Tatsache, dass sie ohne jegliche sichtbare Narben auskommt. Die Zugänge zu den Bauchorganen werden über natürliche Körperöffnungen wie Magen, Darm und Scheide gesucht. In Fachkreisen werden die neuen Eingriffstechniken als NOTES (Natural Orifice Transluminal Endoskopic Surgery) und NOS (Natural Orifice Surgery) bezeichnet. Zum Einsatz kommt neben zum Teil neu entwickelten starren endoskopischen Instrumenten und Optiken auch die Endoskopie mit flexiblen Geräten, die wir bereits von der Magen- und Darmspiegelung kennen. Der Vorteil dieser Methode besteht neben der Vermeidung von jeglichen sichtbaren Bauchnarben vor allem in der weiteren Verringerung bis hin zur völligen Vermeidung postoperativer Schmerzen und damit in einer möglichen Reduktion des Krankenhausaufenthaltes.”

Die minimal-invasive Chirurgie ist Schwerpunkt bei den beiden Chefärzten Rudroff und Reichenbacher. Die Anwendung der fast narbenfreien Weiterentwicklung bietet zusätzliche Vorteile: Der kosmetische Vorteil liegt auf der Hand. Aber es gibt weitere Stärken, wie Rudroff und Reichenbacher erklären: „Patienten haben meist weniger Schmerzen und erholen sich nach der Operation zügiger und können schnell wieder nach Hause.” „Und viele unserer Patienten möchten narbenfreie Operationen”, betont Rudroff. „Sollte die Entwicklung der neuen Operationsmethoden weiterhin so erfolgreich verlaufen, steht diesen neuen Verfahren eine große Zukunft bevor”, so Reichenbacher.

Weitere Informationen:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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