Pressemitteilung


14.06.2011


Neues zu Wirbelsäule und Schulter: Mediziner des St. Augustinus Krankenhauses informieren...

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus
14. Juni 2011

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

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Neues zu Wirbelsäule und Schulter: Mediziner des St. Augustinus Krankenhauses informieren über Diagnostik und Therapien bei Erkrankungen von Knochen und Gelenken
Orthopäden arbeiten interdisziplinär - Veranstaltung in Kooperation mit der AOK Düren-Jülich

„Wo früher noch große Schnitte bei einer Operation nötig waren, operieren wir heute häufig minimal-invasiv, d.h. wir setzen kleine Schnitte, die als Zugang zum Operationsgebiet dienen”, erklärt Dr. med. Jörn Hillekamp, Ltd. Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Augustinus Krankenhaus, bei der Veranstaltung „Knochen und Gelenke”, die in Kooperation mit der AOK Düren-Jülich regelmäßig stattfindet. Diesmal präsentierte Hillekamp im gut besetzten großen Saal im Haus der evangelischen Gemeinde die neuen Operationsmethoden bei Erkrankungen der Wirbelsäule sowie die Möglichkeiten zum Einsatz von Endoprothesen.
Dr. med. Mike Melchert, Schulterspezialist und Oberarzt in der Orthopädie und Unfallchirurgie des St. Augustinus Krankenhauses, referierte über die Diagnostik und Therapie bei Schulterbeschwerden.
Im Mittelpunkt steht zunächst eine fundierte Diagnose, um daraufhin die individuelle Therapie für den Patienten festzulegen. Die Mediziner arbeiten dabei eng interdisziplinär mit den gut ausgestatteten Radiologen (im St. Augustinus Krankenhaus verfügen sie über MRT und CT), Neurologen und Mitarbeitern der Rehabilitation sowie Schmerztherapeuten zusammen. Ist eine Operation notwendig, operiert Hillekamp in der größten Abteilung für Orthopädie zwischen Aachen und Köln, wann immer möglich, minimal-invasiv.
Die OP-Therapien haben sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt, so dass sie ausgereift sind und für den Patienten immer schonender werden. Auch im St. Augustinus Krankenhaus profitieren die Patienten davon. Die gewebeschonende Bandscheibenentfernung erfolgt zum Beispiel mit dem Operationsmikroskop: Hierbei entfernt Dr. Hillekamp den Bandscheibenvorfall mikrochirurgisch über einen winzigen Hautschnitt, so dass der Druck auf den Nerv aufgehoben wird. Engen knöcherne Randzacken, die sich im Alter an kleinen Wirbelgelenken bilden können, den Wirbelkanal ein, kommt ebenfalls die gewebeschonende mikrochirurgische Operation zum Einsatz, um die Zacken mit einer hochtourigen Diamantenpräzisionsfräse über einen winzigen Hautschnitt zu entfernen. Ist die Wirbelsäule anlagebedingt oder aufgrund von Verschleiß instabil, kann der Facharzt die natürliche Bandscheibe durch eine künstliche ersetzen. Ist die Instabilität fortgeschritten, versteift er das erkrankte Wirbelsäulensegment mit einem Stangen-Schrauben-System vom Rücken her. Brechen Wirbelkörper beispielsweise aufgrund von Osteoporose, verstärkt der Orthopäde und Unfallchirurg die Wirbelkörper, indem er Knochenzement einspritzt (Vertebroplastie). Ist der Wirbelkörper durch den Bruch sehr deformiert, dehnt er ihn auf, bevor er den Zement einbringt (Kyphoplastie): Bei diesem minimal-invasiven Eingriff bringt er durch eine Nadel einen Ballon ein, der im Wirbelkörper aufgedehnt wird, woraufhin der Arzt den Zement injiziert.
Melchert stellte anschließend den Spezialbereich Schulter vor, der im Kreis Düren nur im St. Augustinus Krankenhaus vorhanden ist. Der Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Sektion Schulterchirurgie, erläuterte den Besuchern zunächst den Aufbau der Schulter, die aufgrund der Zusammensetzung aus Knochen und Sehnen sowie Muskeln ein sehr komplexes Gefüge darstellt. Nicht nur Profisportler sind von Schultererkrankungen betroffen, jeder kann aufgrund einseitiger Belastung oder fehlender Bewegung an der Schulter erkranken. Da in den letzten Jahren auch in diesem Bereich die OP-Methoden weiterentwickelt wurden, profitieren auch alle Patienten von den verbesserten Techniken. Am Schulterdach können sich Zacken bilden, die im Laufe der Zeit aneinander reiben. Sie müssen auf jeden Fall entfernt werden, weil sie sonst auch die Weichteile in der Schulter beschädigen können. Auch beim Impingementsyndrom ist das Schulterdach betroffen: Meist aufgrund von Verschleiß schlägt der Oberarmkopf beim Abspreizen des Armes dagegen. Die minimal-invasive endoskospische subacromiale Dekompression kann helfen: Über zwei winzige Hautschnitte erweitert der Arzt unter endoskopischer Sicht mit einer kleinen Kugelfräse den Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Reißen die Sehnen der Rotatorenmanschette,
kann eine Operation Kraft und Schulterbeweglichkeit zurückbringen. Hierzu stabilisiert der Orthopäde den Sehnenriss in minimal-invasiver arthroskopischer Technik mit Spezialnähten. Ein künstliches Schultergelenk kommt zum Einsatz, wenn Krankengymnastik, Schmerztherapie und Spritzenanwendung nichts mehr gegen Schultergelenkschmerzen aufgrund von Schultergelenksverschleiß (Arthrose) bewirken. In der Regel genügt es, den Oberarmkopf zu entfernen und einen Prothesenschaft mit einer Kugel einzubauen. In besonderen Fällen muss der Facharzt auch die Schultergelenkspfanne ersetzen. Die Schulterendoprothesenoperation ist wie die Hüft- und Knieendoprothesenimplantation heute ein zuverlässiges und ausgereiftes Verfahren mit langfristigen Ergebnissen.
Dieses Stichwort nahm Dr. Hillekamp auf und berichtete in seinem zweiten Vortrag über die Endoprothetik. Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, und ein Gelenk ersetzt werden muss, geschieht dies ebenfalls gewebeschonender, wenn möglich durch kleine Hautschnitte und dadurch gefolgt von einem schnelleren Beginn der Rehabilitation. „Heutzutage erzielen wir beim künstlichen Gelenkersatz zu 90 bis 95 Prozent gute bis sehr gute Ergebnisse”, erläutert Hillekamp. Im Bereich des Fußes werden Endoprothesen etwa am oberen Sprunggelenk und am Großzehengrundgelenk eingesetzt, wenn als Alternative nur Versteifungsoperationen in Frage kämen. Der Orthopäde erhält so die Beweglichkeit des Gelenks. Auch beim künstlichen Hüftgelenk dient dieses dazu, neben der Schmerzfreiheit die Beweglichkeit des Gelenkes wiederherzustellen. „Ein besonderes Anliegen von uns ist die biologische Rekonstruktion des Hüftgelenks”, so Hillekamp weiter. Knochendefekte rekonstruieren die Fachärzte möglichst durch patienteneigenen oder Spender-Knochen, wodurch der Knochen wieder aufgebaut wird und die normalen Hüftgelenksbelastungen reduziert werden. Dann setzt auch die Rehabilitation frühzeitig ein: In der Regel kann der Patient sein künstliches Hüftgelenk nach der Wundheilung, also etwa 12 Tage nach der Operation, zunehmend belasten. Er kann die Unterarmgehstützen nun schrittweise weglassen. Sechs Wochen nach der Operation bereitet die Bewältigung des Alltags keine wesentlichen Probleme mehr. Der Patient kann radfahren, schwimmen, golfen und wandern sowie leichtes Krafttraining ausüben.
Beim Kniegelenk erzielt das künstliche Gelenk ebenfalls zuverlässig eine gute Beweglichkeit und Schmerzfreiheit beim fortgeschrittenen Kniegelenkverschleiß (Arthrose). Bei den modernen Oberflächenersatzknieendoprothesen wird lediglich die verloren gegangene Knorpelfläche mit Metall und Plastik (Polyethylen) ersetzt. Hierdurch wird der eigene Knochen erhalten, auch die Bandstrukturen verbleiben. Da die verwendeten Knieendoprothesen einen beweglichen Meniskusersatz haben, kommt die Knieendoprothese der "normalen" Beweglichkeit des Kniegelenkes sehr nahe. „Die von uns verwendeten Knieendoprothesen zeigen vergleichbare Erfolgsraten wie die Hüftendoprothesen mit einer durchschnittlichen komplikationsfreien Standzeit von mindestens 15 Jahren, erklärt Hillekamp. Muss eine Endoprothese ersetzt werden, ist dies aufgrund der knochensparenden Implantationstechnik erleichtert, da die Verankerung im Knochen gewährleistet ist.
Auch nach einer Knieoperation kann der Patient nach der Wundheilung das operierte Kniegelenk zunehmend belasten, Unterarmgehstützen sind nicht mehr notwendig, Sport jedoch möglich.
Nach den Vorträgen nahmen die zahlreichen Interessierten wieder die Gelegenheit wahr, den Medizinern Fragen zu stellen.

Weitere Text- und Bildinformationen: Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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