Pressemitteilung


21.05.2012


Stroke Unit – Spezialstation für Schlaganfallerkrankte am St. Augustinus Krankenhaus zert

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus
21. Mai 2012

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem) v.l.: Oberarzt Dr. med. Chhay Heang Lay (Leiter der Stroke Unit), Dr. med. Herbert Wilmsen (Chefarzt der Neurologie) und Renardo Schiffer (Kfm. Direktor)

(5.323 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Stroke Unit – Spezialstation für Schlaganfallerkrankte am St. Augustinus Krankenhaus erfolgreich zertifiziert
Qualitätsstandard der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe – Akutbehandlung und Sekundärprävention – hohe Personaldichte

Die Spezialstation für Schlaganfallerkrankte (auch Stroke Unit genannt) in der Klinik für Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus Düren wurde nach den Vorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert.
„Eine schnelle und kompetente ärztliche Versorgung spielt bei der Behandlung von Schlaganfällen eine wesentliche Rolle”, so Dr. med. Herbert Wilmsen, Chefarzt der Klinik für Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus. Ziel der zügigen Diagnostik und Therapie ist es, drohende Schädigungen des Gehirns abzuwenden bzw. zu verringern und die Folgen des Schlaganfalls möglichst weitgehend zu beheben.
Mit der Zertifizierung bestätigt die LGA InterCert Zertifizierungsgesellschaft, dass die Stroke Unit im St. Augustinus Krankenhaus nach dem Qualitätsstandard der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ein Qualitätsmanagement-System eingeführt hat und anwendet. Durch das Qualitätsaudit der Zertifizierungsgesellschaft wurde der Nachweis erbracht, dass dieses Qualitätsmanagementsystem dem Qualitätsstandard entspricht.
Die Stroke Unit, eine der Intensivstation ähnliche Einrichtung im St. Augustinus Krankenhaus, zeichnet sich durch eine hohe Personaldichte aus. Hier werden kontinuierlich die wichtigsten Werte der Patienten, wie Blutdruck, Salzgehalt des Blutes, Blutzucker und Körpertemperatur, gemessen. Zudem wird fortlaufend das EKG registriert. Des Weiteren werden die Patienten auf der Stroke Unit nach einem standardisierten Schema alle 8 Stunden neurologisch untersucht. „Feinere Veränderungen im Status, besonders bei Verschlechterungen, können dadurch früh registriert und Gegenmaßnahmen getroffen werden”, so Dr. med. Herbert Wilmsen weiter. Ein zusätzlicher Aspekt in der Behandlung ist die Sekundärprävention, da nach einem Schlaganfall das Risiko besteht, einen zweiten zu bekommen, und nachfolgende Schlaganfälle verhindert werden sollen. Ein gefährlicher Auslöser für einen solchen zweiten Schlaganfall ist das vorübergehende Vorhofflimmern, dessen Nachweis deshalb gerade auf der Stroke Unit wesentlich ist. Kommt es während der EKG-Aufzeichung jedoch zu keiner Flimmerepisode, lässt sich diese Herzrhythmusstörung zunächst nicht nachweisen. Hier kommt das Screening-Verfahren SRAclinic zum Einsatz, welches das vorübergehende Vorhofflimmern auch feststellen kann, wenn es vor dem Schreiben des EKGs stattgefunden hat. Mit dem Verfahren wurde bereits für eine Vielzahl kryptogener Schlaganfälle (ungeklärte Ursache) Vorhofflimmern als Ursache ermittelt. Möglich macht dies eine Kombination mehrerer mathematischer Analyseverfahren, die auf Mustererkennung basiert. Im St. Augustinus Krankenhaus ist jeder Bettplatz auf der Stroke Unit mit der zur Messung notwendigen Software ausgestattet. Die permanent ermittelten EKG-Daten werden via Internet an einen zentralen SRAclinic-Server übertragen. Daraus wird ein SRAclinic-Analysereport erstellt und mittels E-Mail an die Klinik zurückgeschickt. Zudem ermöglicht ein Link zum SRAclinic-Analysetool, die einzelnen EKG-Kennlinien zu betrachten. Für das betreuende Personal bedeutet die zusätzliche Auswertung keine Mehrarbeit, die Therapie kann jedoch aufgrund der Ergebnisse angepasst werden, insbesondere kardiologische Kapazitäten können effizienter genutzt werden. SRAclinic ist bundesweit in einigen wenigen Kliniken vorhanden.

Die Stroke Unit befindet sich in unmittelbarer Nähe der Intensivstation und Anästhesie des St. Augustinus Krankenhauses. Patienten können hier zu jeder Zeit aufgenommen werden, außerdem sind umfangreiche medizinisch-technische Ausstattungen und personelle Qualifikationen vorhanden.
Die Vorteile der Stroke Unit sind: schnelles und effektives Handeln, optimierte Abläufe mit Verkürzung der Zuweisungszeiten, eine rationale Diagnostik, optimierte Therapien mit verbesserten Behandlungsergebnissen, wie die systemische Lysetherapie, enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen wie Neurologen, Internisten, Neurochirurgen und Radiologen, frühzeitige Einleitung einer längerfristig angelegten Rehabilitation (Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und Hilfsmittelversorgung).
Ein erfahrener Facharzt für Neurologie ist in der Schlaganfall-Einheit permanent für die Behandlung der Patienten zuständig. Aufgrund der kontinuierlichen Überwachung ist eine Früherkennung vom Fortschreiten des Schlaganfalls, von seinem Wiederauftreten und anderen Komplikationen jederzeit gegeben. In Kürze wird die Bettenkapazität der Spezialstation für Schlaganfallerkrankte von vier auf sechs erhöht.

Die Fachabteilung für Neurologie des St. Augustinus Krankenhauses beteiligt sich zudem an dem Projekt „Qualitätssicherung in der Schlaganfallbehandlung” in Nordrhein unter dem Dach des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN). Die Räume der Stroke Unit sind ferner großzügig und hell gestaltet und eingerichtet, so dass sich auch der Komfortaspekt positiv auf die Genesung der Patienten, aber auch auf die Arbeit der Ärzte und Pflege auswirkt.

Weitere Text- und Bildinformationen: Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


Pressematerial downloaden: