Pressemitteilung


26.09.2012


2. ctw-Pflegesymposium in Düren - Thema Schmerz im Spiegel der Zeit

PRESSEMELDUNG
für die Einrichtungen der Caritas-Trägergesellschaft West Düren
26. September 2012

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem): Dr. med. Marianne Hoff-Gehlen, Ltd. Kreismedizinaldirektorin am Gesundheitsamt Düren (7. v.l.), Organisatoren und Referenten bei dem 2. ctw-Pflegesymposium

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2. ctw-Pflegesymposium in Düren - Thema Schmerz im Spiegel der Zeit
Vielfältiges Programm zu Prävention, Diagnostik, Therapie, Umgang mit Schmerz im Hospiz und Blick in die Zukunft sowie in andere Länder

Das 2. ctw-Pflegesymposium war wieder ein großer Erfolg. Mehr als 100 Teilnehmer kamen in den Winkelsaal von Schloß Burgau, um die vielfältigen Vorträge zum Thema „Schmerz im Spiegel der Zeit” zu hören. Das Thema „Schmerz” beschäftigt seit jeher Ärzte, Wissenschaftler und Philosophen. Auch Hippokrates hat sich unter anderem schon dem Kampf gegen Schmerzen gewidmet. Er verwendete Rinde und Blätter der Weide zur Schmerzbehandlung, aus denen die Wissenschaftler im 18. Jahrhundert das uns bekannte Aspirin herstellten. Heute kann die moderne Schmerztherapie in Konsens gesetzt werden mit alternativen Heilmethoden. Auch der Prävention, insbesondere für die körperliche Arbeit in der Pflege, widmete die Veranstaltung sich.
Herr Ass. jur. Gbor Szük, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West (ctw), und Frau Dr. Marianne Hoff-Gehlen, Ltd. Kreismedizinaldirektorin am Gesundheitsamt Düren, begrüßten die Gäste, bevor die Referenten mit ihren Vorträgen begannen. Dipl.-Ing. Michael Gerhards von der Bezirksstelle Köln der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sprach zunächst über Prävention von Rückenbeschwerden in der Pflege, bevor Herr Hermann Notthoff, Diplom-Sportlehrer, Gesamtleiter Dürener Rehabilitationszentrum am St. Augustinus Krankenhaus Düren, auf das Thema Schmerzprävention / Rückenschule einging. Anschließend referierten Frau Dr. med. Sabine Tack, Oberärztin der Anästhesie im St. Josef-Krankenhaus Linnich, Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie, und Herr Dietmar Joswig, Krankenpfleger mit Fachweiterbildung Anästhesie und Intensivmedizin St. Josef-Krankenhaus Linnich, über Schmerzdiagnostik. Frau Menka Berres-Förster, Schulleitung Pflegebildungszentrum am St. Marien-Hospital Düren, Dipl.-Berufspädagogin (FH), Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege, Qualitätsmanagement-Fachkraft für Sozialdienstleister, Praxisbegleiterin für Basale Stimulation, und Frau Katja Weidemann, Heilpraktikerin, Fachkinderkrankenschwester für Pädiatrie und Intensivmedizin, erörterten die alternative Schmerztherapie. Frau Ute Nebel, Diplom-Sozialarbeiterin, Diplom-Sozialpädagogin, St. Augustinus Krankenhaus Düren, und Frau Gabi Prescher, examinierte Krankenschwester; Palliativ-Care-Fachkraft, Pflegedienstleitung stationäres Hospiz, St. Augustinus Krankenhaus Düren, berichteten vom Umgang mit Schmerz im stationären Hospiz am St. Augustinus Krankenhaus. Dr. med. Rudolf Jegen, Chefarzt der Anästhesie im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich, Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Notfallmedizin, warf abschließend einen Blick in die Zukunft und Nachbarländer.

Die große Resonanz der Veranstaltung und angeregte Gespräche in den Pausen zeigten, wie wichtig den beteiligten Personen der Umgang mit unterschiedlichen Schmerzen und Schmerzsituationen ist.

Vortragsinhalte:
Erkrankungen des Bewegungsapparates führen häufig zu Arbeitsunfähigkeitstagen, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind Ausfallzeiten überdurchschnittlich hoch, wie Michael Gerhards darlegte. Um hier präventiv tätig zu werden, sollten zum Beispiel Hilfsmittel und rückenschonende Arbeitsweisen zum Einsatz kommen. Auch die Arbeitskleidung sollte bewegungsfreundlich sein.
Auch Hermann Notthoff wollte dem Schmerz vorbeugen und den Rücken schulen. Der Mensch hat sich häufig vom Beweger zum Sitzer entwickelt. Um die Belastungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit des Rückens zu erhalten, muss die oberflächliche und tiefe Rückenmuskulatur trainiert werden, denn das Funktions- und Kraftgleichgewicht zwischen oberflächlicher und tiefer Rückenmuskulatur bestimmt die Belastungsverträglichkeit.
Frau Dr. Tack ging auf die Schmerzeinteilung ein, und was man tun kann: zum Beispiel die Schmerzursache ausschalten (physikalische Maßnahmen etc.), Schmerznerven unempfindlicher machen, die Weiterleitung stoppen, etwa durch Akupunktur, Opiate einsetzen, um die Unterbrechung auf Rückenmarksebene zu erreichen, die Schmerzwahrnehmung hemmen oder die Nerven beruhigen. Man kann auch die Verarbeitung positiv beeinflussen, etwa durch Psychotherapie.
Die komplementäre Schmerztherapie in der Pflege ist kein Ersatz für die medikamentöse Schmerzausschaltung. Sie wird prophylaktisch oder ergänzend angewendet und spielt erst allmählich im Verständnis der professionell Pflegenden und in der Forschung eine Rolle, wie Menka Berres-Förster darlegte. Katja Weidemann ging auf den Schmerz aus naturheilkundlicher Sichtweise mit Erfahrungswerten und Anwendungen aus der eigenen Naturheilpraxis ein. Ihr Fazit war, dass Naturheilkunde als Unterstützung in der Schmerztherapie eingesetzt werden kann.
Frau Nebel und Frau Prescher verdeutlichten, dass im stationären Hospiz eine interdisziplinäre Sicht auf Schmerz vorliegt und medizinische/pflegerische, soziale, emotionale/psychologische und spirituelle Aspekte berücksichtigt werden. Ziele der Schmerzbehandlung sind die rasche Schmerzreduktion, wenn möglich Schmerzfreiheit, Verbesserung des Schlafes, der Mobilität und der Kommunikationsfähigkeit, die Senkung der Stressbelastung und damit die Steigerung und Erhaltung der Lebensqualität.
Auch in anderen europäischen Ländern leiden viele Menschen an chronischen Schmerzen. Diese gehen mit Ängsten, Besorgnissen und Isolation einher – außerdem mit hohen Kosten. Sehr belastend für die Betroffenen ist die lange Wartezeit zwischen dem ersten Hilfeersuchen und einer Diagnose. Hierbei vergehen durchschnittlich 2,2 Jahre, erläuterte Dr. Jegen. Ziel muss demnach unter anderem sein, Managementpfade für Menschen mit chronischen Schmerzen zu etablieren, den Zeitrahmen zur Diagnostik zu verbessern, den Primärarzt anzuleiten, wer wann zu wem überwiesen werden muss und die Leistungskosten zu reduzieren, die frühzeitige multidisziplinäre Intervention, die Vermeidung psychologischer Co-Morbidität, schnelle Rückkehr in den Arbeitsprozess und normale Lebensaktivität.

Weitere Text- und Bildinformationen:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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