Pressemitteilung


15.10.2012


Schmerzfrei behandeln und operieren: Narkoseärzte sorgen für Schlaf, Unempfindlichkeit und

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus und das St. Marien-Hospital
15. Oktober 2012

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

(5.762 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Schmerzfrei behandeln und operieren: Narkoseärzte sorgen für Schlaf, Unempfindlichkeit und lebenserhaltende Maßnahmen
Weltanästhesietag zeigt Vielfalt des Berufszweiges – St. Marien-Hospital und St. Augustinus Krankenhaus gut aufgestellt

„Die Aufgabe des Anästhesisten geht weit darüber hinaus, lediglich den Patienten schlafen zu legen”, so Dr. med. Rainer Terhorst D.E.A.A., Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, operative Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin im St. Marien-Hospital (Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin mit Zusatzbezeichnung: Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin, Europäisches Diplom für Anästhesiologie und Intensivmedizin und leitender Notarzt), anlässlich des Weltanästhesietages 2012.
„Im Alltag der Krankenhausmedizin könnte man den Anästhesisten auch als Allgemeinmediziner der operativen Medizin bezeichnen”, ergänzt Dr. med. Matthias Imdahl, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im St. Augustinus Krankenhaus (Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin mit Zusatzbezeichnung: Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin).
Vielerorts ist der Anästhesist bereits Experte für spezielle Fragestellungen der Behandlung geworden, wie z.B. bei schweren Blutgerinnungsstörungen, bei der Wahl des Antibiotikums bei schweren Infektionen oder bei der perioperativen Thromboseprophylaxe.
Sowohl das St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf als auch das St. Augustinus Krankenhaus Düren-Lendersdorf verfügen über eine interdisziplinäre Intensivstation und beide Häuser beteiligen sich am Notarztdienst des Kreises Düren. Beide Anästhesieabteilungen wenden moderne Narkoseverfahren an, um sowohl Voll- wie Regionalnarkosen zu bewirken. Beide Häuser bieten zudem moderne Verfahren zur Schmerztherapie an.
Aufgrund der Behandlung von Patienten in den Abteilungen für Geriatrie (Altersheilkunde) und Kinder- und Jugendmedizin mit Neonatologie verfügt das St. Marien-Hospital über große Erfahrung in Narkosen für Patienten jedes Alters. Im St. Augustinus Krankenhaus ist aus der langen Tradition im Umgang mit Palliativpatienten und chronischen Schmerzpatienten das interdisziplinäre Schmerz- und Palliativzentrum (ISPZ) entstanden. Beide Häuser bieten das gesamte Spektrum der Anästhesie an.
Nachdem im 19. Jahrhundert die Betäubung eines Patienten, um ihn schmerzfrei behandeln zu können, ein großer Durchbruch war, folgte die stetige Weiterentwicklung der Narkose. Bis heute hat dies dazu geführt, dass der Anästhesist auch Schmerztherapeut, Intensiv- und Notfallmediziner ist. „Die Narkose zur Durchführung eines operativen Eingriffs gilt sozusagen als Basisleistung des Fachgebietes”, erklärt Dr. Terhorst. Mit der Weiterentwicklung der Narkose nehmen nicht nur die Nebenwirkungen der Betäubung ab, auch Risiken für ganz junge und ganz alte Menschen werden minimiert und Komplexität und Dauer der Eingriffe können gesteigert werden. „Die kontinuierliche und engagierte Forschung führte zu einer stetigen Verbesserung der Sicherheit der Narkose”, so Dr. Imdahl. Die Sterblichkeitsrate unter Narkose ist immer weiter gesunken. Doch die Aufgabe des Anästhesisten endet nicht mit dem Beenden der Narkose: Die Bedeutung der Schmerztherapie im Heilungsverlauf nach einem chirurgischen Eingriff liegt darin, Komplikationen zu minimieren und die Genesungszeit zu verkürzen. Ein erweitertes Verständnis der Schmerzentstehung und Schmerzverarbeitung führte zudem dazu, dass Schmerzmediziner auch chronische Schmerzzustände therapieren. Zur Anästhesie gehört zudem die Intensivmedizin, die über eine breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten verfügt: die künstliche Beatmung, die Dialyse, die künstliche Ernährung bis hin zur Aufrechterhaltung des Kreislaufes durch extrakorporale Zirkulation. „Die Hightech-Medizin dient dazu, das Wohl des Patienten im Auge zu behalten und die Bedürfnisse des Kranken und seiner Angehörigen in die Behandlung einzubeziehen”, so Dr. Terhorst.

Die vierte Säule der Anästhesie ist, neben der Narkose, Intensivmedizin und Schmerztherapie, die Notfallmedizin. Der Erfolg der Versorgung akuter Erkrankungen, wie z.B. des Herzinfarktes, des Hirnschlags oder des Schwerverletzten, ist im besonderen Maße von einer guten Notfallmedizin abhängig. Die sogenannte Wiederbelebungskette muss rasch durchgeführt werden und Verzögerungen müssen vermieden werden. Ständiges Training und viel Fortbildung sorgen dafür, dass die Helfer auf dem aktuellen Stand der Notfallbehandlung sind.

Der Weltanästhesietag findet am 16. Oktober statt. Der US- amerikanische Zahnarzt William Thomas Morton führte am 16. Oktober 1846 die Äthernarkose durch und konnte damit diesen Zustand der Unempfindlichkeit zur Erleichterung seiner Patienten erreichen. Bereits 1845 formulierte Oliver Wendel Holmes, ein namhafter Anatom aus Boston, USA, folgende Definition: „Anästhesie beschreibt den Zustand der Unempfindlichkeit gegenüber Berührung und der Unempfindlichkeit gegenüber einem chirurgischen Eingriff.” Auch in Europa wurde die Äthernarkose nun häufig eingesetzt. Wegen der Nebenwirkungen forderte jedoch John Collin Warren, ein bekannter US- amerikanischer Chirurg des 19. Jahrhunderts, die Anwendung durch hierfür besonders qualifizierte und geübte Ärzte abzusichern.
Die Etablierung als eigenständiges Fachgebiet in Deutschland ließ dennoch lange auf sich warten. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin wurde am 10. April 1953 anlässlich des 70. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in München gegründet. In der Satzung hat sie sich zur Aufgabe gestellt, die vier Säulen der sich zunehmend etablierenden Anästhesie, nämlich: Narkose, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin, auf- und auszubauen.
Weitere Text- und Bildinformationen: Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


Pressematerial downloaden: