Pressemitteilung


23.10.2012


Individuelle Behandlung bei Verschleißerkrankungen an Gelenken und Wirbelsäule

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus
23. Oktober 2012

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem) v.l.: Hans-Willi Meissen (AOK-Geschäftsstellenleiter Düren), Dr. med. Guido Dohmen (niedergelassener Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin in Düren) und Dr. med. Jörn Hillekamp (leitender Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Augustinus Krankenhaus, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie)

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Individuelle Behandlung bei Verschleißerkrankungen an Gelenken und Wirbelsäule
Mediziner berichten beim Infoabend des St. Augustinus Krankenhauses in Kooperation mit der AOK über Diagnostik und Therapie

Dr. med. Jörn Hillekamp, leitender Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Augustinus Krankenhaus, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, (Zusatzbezeichnung: Sportmedizin, Physikalische Therapie und Spezielle orthopädische Chirurgie) und Dr. med. Guido Dohmen, niedergelassener Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie und Sportmedizin in Düren, referierten beim Infoabend in Kooperation mit der AOK Düren-Jülich zum Thema Knochen und Gelenke über Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Wirbelsäule, Arthrose sowie die Endoprothetik an Hüfte und Knie. Dr. Hillekamp berichtete zuerst über „Neues von der Wirbelsäule”, bevor Dr. Dohmen über Gelenkverschleiß informierte. Anschließend sprach Dr. Hillekamp über den künstlichen Gelenkersatz an Hüfte und Knie. Begrüßt wurden die rund 200 Gäste im großen Saal der Evangelischen Gemeinde Düren von Hans-Willi Meissen, AOK-Geschäftsstellenleiter in Düren.
Häufige Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule sind Verschleißerkrankungen der Bandscheibe, wie Dr. Hillekamp zunächst erklärte. Hierdurch können Rücken- oder Beinschmerzen entstehen. Wichtig für die Behandlung ist, zu diagnostizieren, welcher Teil von der Wirbelsäule genau betroffen ist. Sind abschwellende und schmerzhemmende Spritzen nicht erfolgreich oder treten Lähmungen auf, kann die Bandscheibe gewebeschonend mit dem Operationsmikroskop entfernt werden. Haben sich knöcherne Randzacken gebildet, die im Alter im Bereich der kleinen Wirbelgelenke auftreten können, können diese ebenfalls Nerven einklemmen. Unter einem Operationsmikroskop kann der Orthopäde die Knochenzacken über einen winzigen Hautschnitt mit einer hochtourigen Diamantenpräzisionsfräse entfernen. Brüche der Wirbelsäule können häufig ohne Operation behandelt werden. Nach möglichst kurzer Bettruhe und intensiver Schmerztherapie ist dann eine Mobilisation mit einem Korsett möglich. Liegt als Ursache für den Wirbelkörperbruch Knochenschwund (Osteoporose) vor, kann der Wirbelkörper verstärkt werden, indem Knochenzement eingespritzt wird. Dies macht der Facharzt, indem er eine Nadel vom Rücken her durch die Haut in den Wirbelkörper einbringt. Der Patient erhält lediglich eine örtliche Betäubung für diese Behandlung.
Nicht nur bei Erkrankungen der Wirbelsäule therapieren die Ärzte zunächst immer, wenn möglich, ohne Operation. Dies gilt auch für den Gelenkverschleiß (Arthrose), über den Dr. med. Guido Dohmen anschließend sprach. Ursachen des Gelenkverschleißes sind das Alter, Überbelastung, zum Beispiel aufgrund eines hohen Körpergewichts, Fehlstellungen, etwa X- oder O-Beine, frühere Verletzungen, und auch eine erbliche Belastung kann eine Rolle spielen. Eine Arthrose ist nicht heilbar, eine Behandlung kann nur das Fortschreiten der gutartigen Erkrankung, die die Lebensqualität einschränkt, verlangsamen. Bei Arthrose wird die Belastungsfähigkeit des Gelenkknorpels überschritten. Jedes Gelenk kann betroffen sein, etwa 200 Knochen werden durch Gelenke verbunden. Zunächst haben Betroffene Beschwerden bei Belastung, im nächsten Stadium bei normaler Bewegung und schließlich auch im Ruhezustand. Ein gesundes Gelenk ist belastbar und beweglich, Knorpel überzieht die Gelenkflächen. Dieser hat keine eigenen Blutgefäße und wird durch die so genannte Synovia, eine dickflüssige Substanz in der Gelenkkapsel und Schmiermittel, ernährt. Bei Arthrose und dünner werdendem Knorpelgewebe ist es wichtig, dass sie den verbleibenden Knorpel ernährt. Deshalb ist Bewegung sehr bedeutend für die Behandlung. Neben der Physiotherapie können zudem Medikamente, Punktionen oder Hyaluronsäure, die ins Gelenk gespritzt wird, zum Einsatz kommen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgereizt sind, wird operiert und ein künstliches Gelenk eingesetzt.
Bei einer Gelenkersatz-OP geht es darum, Schmerzfreiheit zu erlangen, das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen und die Beweglichkeit wieder herzustellen, so Dr. Hillekamp, im zweiten Vortrag des Abends. Verschiedene Studien belegen sehr gute Ergebenisse von Gelenk-OPs: 90 bis 95 Prozent der Patienten sind zufrieden. Der Zugang erfolgt häufig über kleine Schnitte, die jedoch so groß sein müssen, dass der Operateur gut sehen kann. Zudem kann es wichtig sein, dass knochensparende Endoprothesen eingesetzt werden, damit ein möglicher Wechsel des künstlichen Gelenks besser umzusetzen ist. Meist halten Prothesen zwar 15 bis 20 Jahre, aber es gibt Fälle, bei denen sie früher ausgetauscht werden. Die modulare Endoprothetik passt die Prothese dem Patienten an und nicht den Patienten der Prothese. Die Prothesen bestehen deshalb aus vielen Komponenten, die individuell angepasst werden. Wichtig ist dem Kliniker, dass ein Gesamtkonzept vorliegt, und aus dem umfangreichen Spektrum an Behandlungsmethoden die individuelle Lösung ausgewählt wird.

Weitere Text- und Bildinformationen: Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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