Pressemitteilung


13.11.2012


Stroke Unit im St. Augustinus Krankenhaus mit zwei zusätzlichen Betten

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus Düren
13. November 2012

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292,Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem): Blick in die Spezialstation für Schlaganfallerkrankte
(5.803 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Stroke Unit im St. Augustinus Krankenhaus mit zwei zusätzlichen Betten
Spezialstation für Schlaganfälle verfügt nun über sechs Behandlungsplätze

Per Feststellungsbescheid der Bezirksregierung Köln wurden der Stroke Unit (Spezialstation für Schlaganfallerkrankte) im St. Augustinus Krankenhaus zwei zusätzliche Behandlungsplätze bewilligt. Die Stroke Unit verfügt jetzt über insgesamt sechs Planbetten für die Behandlung von Schlaganfallpatienten.
„Wir können nun mehr Patienten die spezielle erforderliche Behandlung nach einem Schlaganfall zukommen lassen”, so Dr. med. Herbert Wilmsen, Chefarzt der Klinik für Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus. Weil die Erkrankung stetig zunehme, sei die Erweiterung der Stroke Unit um zwei Betten gut für die steigende Zahl an Patienten. Die Spezialstation für Schlaganfallerkrankte in der Klinik für Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus Düren ist die einzige im Kreis Düren. Sie ist in diesem Jahr nach den Vorgaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifiziert worden.
„Eine schnelle und kompetente ärztliche Versorgung spielt bei der Behandlung von Schlaganfällen eine wesentliche Rolle”, so Dr. Wilmsen. Bei einem Schlaganfall kann ein Gefäß durch einen Blutpfropfen verstopft sein oder eine Gefäßverkalkung führt zu mangelnder Durchblutung des Gehirns. Symptome können Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder starke Kopfschmerzen sein. Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Auch wenn die Symptome wieder abklingen, ist die Erkrankung nicht vorüber. Der Notarzt soll sofort gerufen werden. „Wir untersuchen die Patienten lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig bei Verdacht auf Schlaganfall”, erklärt Dr. Wilmsen. Ziel der zügigen Diagnostik und Therapie ist es, drohende Schädigungen des Gehirns abzuwenden bzw. zu verringern und die Folgen des Schlaganfalls möglichst weitgehend zu beheben.
Im Dürener Rehabilitationszentrum (DRZ) am St. Augustinus Krankenhaus wird die ambulante neurologische Rehabilitation angeboten. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden behandeln Patienten nach einem Schlaganfall ambulant, um ihnen zu größtmöglicher Gesundheit und Lebensqualität zu verhelfen.

Die Stroke Unit als eine der Intensivstation ähnliche Einrichtung zeichnet sich durch eine hohe Personaldichte aus. Hier werden kontinuierlich die wichtigsten Werte der Patienten, wie Blutdruck, Salzgehalt des Blutes, Blutzucker und Körpertemperatur, gemessen. Zudem wird fortlaufend das EKG registriert. Des Weiteren werden die Patienten auf der Stroke Unit nach einem standardisierten Schema alle 8 Stunden neurologisch untersucht. „Feinere Veränderungen im Status, besonders bei Verschlechterungen, können dadurch früh registriert und Gegenmaßnahmen getroffen werden”, berichtet Dr. med. Herbert Wilmsen weiter.
Ein zusätzlicher Aspekt in der Behandlung ist die Sekundärprävention, da nach einem Schlaganfall das Risiko besteht, einen zweiten zu bekommen, und nachfolgende Schlaganfälle verhindert werden sollen. Ein gefährlicher Auslöser für einen solchen zweiten Schlaganfall ist das vorübergehende Vorhofflimmern, dessen Nachweis deshalb gerade auf der Stroke Unit wesentlich ist. Kommt es während der EKG-Aufzeichung jedoch zu keiner Flimmerepisode, lässt sich diese Herzrhythmusstörung zunächst nicht nachweisen. Hier kommt das Screening-Verfahren SRAclinic zum Einsatz, welches das vorübergehende Vorhofflimmern auch feststellen kann, wenn es vor dem Schreiben des EKGs stattgefunden hat. Mit dem Verfahren wurde bereits für eine Vielzahl von Schlaganfällen mit zunächst ungeklärter Ursache Vorhofflimmern als Grund ermittelt. Im St. Augustinus Krankenhaus ist jeder Bettplatz auf der Stroke Unit mit der zur Messung notwendigen Software ausgestattet. Die permanent ermittelten EKG-Daten werden via Internet an einen zentralen SRAclinic-Server übertragen. Daraus wird ein SRAclinic-Analysereport erstellt und mittels E-Mail an die Klinik zurückgeschickt. Für das betreuende Personal bedeutet die zusätzliche Auswertung keine Mehrarbeit und die Therapie kann aufgrund der Ergebnisse angepasst werden. Insbesondere kardiologische Kapazitäten können effizienter genutzt werden. SRAclinic ist bundesweit in einigen wenigen Kliniken vorhanden.

Die Stroke Unit im St. Augustinus Krankenhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe der Intensivstation und Anästhesie. Patienten können hier zu jeder Zeit aufgenommen werden. Die Vorteile der Stroke Unit sind schnelles und effektives Handeln, optimierte Abläufe mit Verkürzung der Zuweisungszeiten, eine rationale Diagnostik, optimierte Therapien mit verbesserten Behandlungsergebnissen wie die systemische Lysetherapie, enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen wie Neurologen, Internisten, Neurochirurgen und Radiologen, frühzeitige Einleitung einer längerfristig angelegten Rehabilitation (Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und Hilfsmittelversorgung).
Aufgrund der kontinuierlichen Überwachung ist eine Früherkennung vom Fortschreiten des Schlaganfalls, von seinem Wiederauftreten und anderen Komplikationen jederzeit gegeben. Ein erfahrener Facharzt für Neurologie ist in der Schlaganfall-Einheit permanent für die Behandlung der Patienten zuständig. Zurzeit sind fünf Fachärzte für Neurologie in der Abteilung beschäftigt.

Die Fachabteilung für Neurologie des St. Augustinus Krankenhauses beteiligt sich zudem an dem Projekt „Qualitätssicherung in der Schlaganfallbehandlung” in Nordrhein unter dem Dach des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN). Die Räume der Stroke Unit sind ferner großzügig und hell gestaltet und eingerichtet, so dass sich auch der Komfortaspekt positiv auf die Genesung der Patienten, aber auch auf die Arbeit der Ärzte und Pflege auswirkt.


Weitere Informationen:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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