Pressemitteilung


10.07.2015


Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des stationären Hospizes am St. Augustinus Krankenhaus – Einsegnung der neuen Räume im Südflügel II

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus
10. Juli 2015

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© Kaya Erdem) v.l.: Dr. med. Bert Neffgen (Förderverein Vorsitzender), Gerda Graf (Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes), Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Uniklinik der RWTH Aachen), Dipl.-Kfm. Bernd Koch (ctw-Geschäftsführer), Dr. med. Matthias Imdahl (Ärztlicher Direktor), Waldemar Radtke (Regionaldirektor der AOK Rheinland-Hamburg für die Städteregion Aachen - Kreis Düren) und Gabi Prescher (Hospizleitung)

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Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des stationären Hospizes am St. Augustinus Krankenhaus – Einsegnung der neuen Räume im Südflügel II
Würdigung der Arbeit – ein Ort der Geborgenheit

Das stationäre Hospiz am St. Augustinus Krankenhaus besteht seit 20 Jahren. Zu diesem Jubiläum begrüßte Dipl.-Kfm. Bernd Koch, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West, auch im Namen seines Geschäftsführerkollegen Ass. jur. Gabór Szük, die zahlreich erschienenen geladenen Gäste zu einem Festakt in den neuen Räumlichkeiten im Südflügel II. Thomas Floßdorf, zweiter stellv. Bürgermeister der Stadt Düren, betonten anschließend, dass das stationäre Hospiz heute ein fester Bestandteil in Düren ist für Angehörige und die, die in den Tod gehen. Dieser sei ein stiller Gast, der uns begleitet, bis er bleibt, wo wir das Leben verlassen. Es sei schwierig über den Tod zu sprechen und die Angst vor dem Tod sei vorhanden, weshalb man die Arbeit im Hospiz nicht genug würdigen könne. Ein besonderer Dank ging deshalb auch an die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizes.

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Uniklinik der RWTH Aachen, stellte anschließend in seinem Festvortrag die Geschichte der stationären Hospize vor. Schon im Mittelalter widmeten sich Christen, zum Beispiel Ritterorden, dem Sterben, ohne in den Sterbeprozess einzugreifen. Der Fokus lag auf der Leidenslinderung, Caritas, Seelsorge und Pflege. Die Reformation führte zu Schließungen von Klöstern und Hospizen, weshalb erst im 17. Jahrhundert das erste eigentliche Hospiz in Paris eröffnet wurde. 1836 bzw. 1879 wurde die moderne Hospizidee, Schmerzen beim Sterben zu lindern, in Deutschland in Kaiserswerth bzw. in England umgesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde sich dem Thema verstärkt gewidmet, Initiatorin der modernen Hospizidee war Cicely Saunders. In Deutschland stellte sich die Hospizidee jedoch nach dem 2. Weltkrieg als problematisch dar. Aufgrund eines Films über eine „Sterbeklinik“ in England entstand ein negatives Bild, das Isolation und überfordertes Personal an einem Ort ohne Hoffnung vermittelte. Die Medizin im Krankenhaus und die Sterbebegleitung in der Familie rückten in den Mittelpunkt. Dennoch setzte sich auch hier die Hospizidee noch durch. Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Sterbebegleitung und Einbeziehung der Verwandten wurden in stationären Einrichtungen umgesetzt, um die Lücke zu schließen, die entstand, sobald eine kurative Tätigkeit nicht mehr griff. In den 80er Jahren des 20. Jahrhundert entstanden bundesweit stationäre Hospize und auch eine Hospizbewegung außerhalb der Kirchen. Zu Beginn der 90er Jahre konsolidierte sich die Hospizbewegung. Heute gibt es ambulante Hospizdienste, teilstationäre Hospize oder Tageshospize und stationäre Hospize. Trotz hoher Steigerungen der hospizlichen Betreuung ist die flächendeckende umfassende Begleitung der Sterbenden aber noch längst nicht erreicht.

Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes, erinnerte sich im Anschluss an die Anfänge des Stationären Hospizes am St. Augustinus Krankenhaus, das sie als damalige Pflegedirektorin mit initiierte. Die Mitarbeiter haben das Haus aber mit hospizlichen Ideen gefüllt, wie sie sagte.
Waldemar Radtke, Regionaldirektor der AOK Rheinland-Hamburg für die Städteregion Aachen - Kreis Düren, würdigte ebenfalles die Arbeit des Hospizes, die nicht hoch genug zu bewerten sei, da es Umstände geben könne, die häusliches Sterben unmöglich machten. Er wünschte weitere erfolgreiche Jahre für die unverzichtbare Aufgabe.
Karl Albert Eßer, stellvertretender CDU-Stadtverbandvorsitzender Düren, überbrachte ein Grußwort von Thomas Rachel, Mitglied des Bundestages, und brachte zum Ausdruck, dass es eine gute Entscheidung war, ein Hospiz einzurichten: für das Haus, die Stadt, den Kreis, aber vor allem für die Menschen. Es gebe dort Geborgenheit, die gebraucht werde, gut tue und die Lebensbilanz leichter mache.
Vor der Einsegnung sagte Pfarrer Günter Gerkowski, dass das Hospiz die Antwort auf die Frage sei, ob wir aktive Sterbehilfe brauchen: Wir brauchen sie nicht, wir haben das Hospiz. Er spendete den Segen, wobei er durch die Flure zu allen Räumen ging.
Die musikalische Begleitung des Festaktes hatten César Avilés an der Geige und Sabine Avilés am Klavier übernommen. Anschließend konnten alle Anwesenden sich die neuen Räumlichkeiten des stationären Hospizes am St. Augustinus Krankenhaus im Südflügel II anschauen und sich bei einem kleinen Imbiss und Gesprächen austauschen.

Weitere Text- und Bildinformationen: Caritas Trägergesellschaft West gGmbH, Düren


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