Nächstenliebe

Nächstenliebe als Beweggrund und Handlungsprozess

Das Gebot der Nächstenliebe sagt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, gleich welcher Herkunft, welcher Rasse oder welchen Glaubens."

Übersetzt bedeutet dies: Wie jeder für sich selbst Dasein und Entfaltung wünscht, muss er sie auch für seine Mitmenschen bejahen. Dabei geht es bei der Ausübung von Nächstenliebe nicht allein um die innere Bejahung des Mitmenschens (caritas affectiva). Vielmehr gilt hier die konsequente Handlung als oberster Leitsatz, denn bereits das Neue Testament gibt die klare Vorgabe, dass Nächstenliebe ihre letztendliche Verwirklichung nur durch ein entsprechendes Tun (caritas effectiva) erlangt.

Zu bewerten ist die Nächstenliebe dabei als ein zu keinem Zeitpunkt abgeschlossener Prozess. Denn: So bedeutend die Hilfe für den Mitmenschen auch sein mag. so kann man durch sie das Gebot der Nächstenliebe doch nie derart ausfüllen, dass nicht in Zukunft weiter etwas zu tun bliebe. Vielmehr verlangt das Gebot die kontinuierliche Ausübung der Nächstenliebe in ein und dieselbe Richtung, denn wer Nächstenliebe übt, muss sich dessen bewusst sein, dass er sie weiter schuldet. "Bleibt niemand etwas schuldig, es sei denn die gegenseitige Liebe", Röm 13,8.

Das Gebot der Nächstenliebe als Handlungsprozess rund um die Hilfebedürftigkeit - die ctw hat ihre Wurzeln in diesem christlichen Grundsatz. Wir sehen unsere Aufgabe darin, diesen Prozess heute und in Zukunft durch eine solide Finanzierung, durch den Einsatz erfahrenen und engagierten Personals sowie durch Begleitung und Fortbildung der Mitarbeiter abzusichern.

Nächstenliebe und Sozialmanagement versus Profitstreben

Nächstenliebe - das heißt für uns Barmherzigkeit und eine klare Orientierung an der Bedürftigkeit des Mitmenschen und nicht ausschließlich an den notwendigen Geldmitteln. Dennoch: Einer der wesentlichen Eckpfeiler unserer spezialisierten Gesellschaft ist die Systematisierung von gegenseitiger Hilfe auf hohem Niveau.Um heute einen guten Dienst im medizinischen oder betreuenden Bereich zu leisten und diese Hilfe langfristig sicherzustellen, bedarf es hoher finanzieller Aufwendungen. Den christlichen Grundsatz der Nächstenliebe mit einem professionellen Sozialmanagement zu vereinen - darin sehen wir unsere Aufgabe. Für uns bedeutet dies: die Einsparung von Geldern in rationell unzulänglich geführten Bereichen, die dann der Allgemeinheit in unterschiedlichster Form wieder zugute kommen.

Denn nur ein hohes, kontinuierliches Finanzvolumen erlaubt die Steigerung der medizinischen und betreuerischen Leistungsfähigkeit Ihrer Organisation. Und dient damit ausschließlich dem Wohle der Menschen, die auf der Suche nach Hilfe zu Ihnen kommen und sich Ihnen anvertrauen. Ein effizient und professionell geführtes Sozialmanagement vermeidet unnötige Ausgaben und schafft neue finanzielle Ressourcen, oder anders gesagt: aus erfolgreichen Geschäftsprozessen entsteht Profit. Doch der Gegensatz zwischen Nächstenliebe und egoistischem Profitstreben löst sich schnell auf, wenn die freiwerdenden Finanzmittel umgehend dem sozialen Engagement zugute kommen. Nur ein klarer ethischer Grundsatz des "Non Profit" ist der Garant für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen unter Umständen hohen Geldbeträgen. Unsere Gemeinnützigkeit, die christlichen Grundsätze und unsere Leitbilder erlauben uns, diese Verantwortung zu übernehmen.

Erfolgreiche Instrumente wie Qualitätsmanagement, verantwortungsbewusste Personalentwicklung oder Befragungen zur Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern sind darüber hinaus die Garanten für die Auflösung des Spannungsfeldes von Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit.