Pressemitteilung


24.01.2020


St. Augustinus Krankenhaus spart Blutkonserven ein und etabliert Patient Blood Management (PBM)

Pressemitteilung: St. Augustinus Krankenhaus spart Blutkonserven ein und etabliert Patient Blood Management (PBM), Caritas Trägergemeinschaft West gGmbH

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus Düren
24. Januar 2020

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit
Renkerstraße 45
52355 Düren

Telefon: 02421 599-545, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 599-559, E-Mail: kaya.erdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Foto (© K. Erdem) v.l.: Dr. med. Markus Huppertz-Thyssen (Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie), Dr. med. Jörn Hillekamp (Leitender Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie) und Dr. med. Thomas Kruppa (Sektionsleiter Endoprothetik) bei der sekundenschnellen Bestimmung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin-Bestimmung) ohne Blutentnahme

(3.526 Zeichen inkl. Leerzeichen)

St. Augustinus Krankenhaus spart Blutkonserven ein und etabliert
Patient Blood Management (PBM)
WHO empfiehlt PBM – Krankenhausreport fordert effizienteren Umgang mit Spenderblut – Lendersdorfer Klinik hat Cellsaver der neuesten Generation intraoperativ im Einsatz

„Patient Blood Management ist ein gemeinsames Konzept aller Abteilungen im St. Augustinus Krankenhaus. Damit haben wir im Vergleich zum Jahr 2016 – bei zuletzt steigenden Operationszahlen – über 240 Blutkonserven (über 20%) in einem Jahr eingespart“, erklärt Dr. med. Markus Huppertz-Thyssen, MHBA, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Akutschmerztherapie sowie Transfusionsverantwortlicher im Lendersdorfer Krankenhaus. Ziel dieses Konzeptes ist es, nicht zwingend erforderliche Fremdblutgaben durch alle verfügbaren Alternativen zu ersetzen.

Deutschland hat laut Krankenhausreport einer deutschen Krankenkasse erneut den weltweit höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Blutkonserven und fordert ein effizienteres Management von Spenderblut. „Es gibt viele große Operationen, die ohne den Einsatz von Fremdblut nicht möglich wären. Umso wichtiger ist es, aus ethischer Verpflichtung gegenüber den Spendern verantwortungsvoll mit dieser knappen Ressource umzugehen“, erklärt Dr. Huppertz-Thyssen. „Gleichzeitig ist es unsere medizinische Verpflichtung gegenüber dem einzelnen Patienten, diese Fremdblutgaben zu ersetzen. Es ist heute nachgewiesen, dass Patienten, die Bluttransfusionen erhalten, in der Folge mehr gesundheitliche Probleme entwickeln können, als jene, die kein Fremdblut bekommen“, so Dr. Huppertz-Thyssen weiter.

Das Konzept des Patient Blood Management, welches von der Weltgesundheitsorganisation seit 2011 empfohlen wird und im Lendersdorfer Krankenhaus in weiten Teilen umgesetzt ist, beginnt im St. Augustinus Krankenhaus präoperativ im Rahmen der Voruntersuchungen. Eine Blutarmut wird frühzeitig vor einer geplanten Operation entdeckt, die Ursachen abgeklärt und ggf. durch die hoch dosierte Gabe moderner, gut verträglicher Eisenpräparate oder Vitamine gezielt behandelt. „Dazu erheben wir bestimmte Laborwerte und nutzen jetzt sogar ein Gerät, mit welchem wir sehr komfortabel ohne jegliche Blutabnahme binnen weniger Sekunden den roten Blutfarbstoff des Patienten bestimmen können“, legt Dr. Huppertz-Thyssen dar.

Intraoperativ setzen die Fachärzte im St. Augustinus Krankenhaus, wann immer möglich, einen „cellsaver“ der neuesten Generation ein. Damit wird das Blut des Patienten gesammelt, gereinigt und zurückgeführt. „Wir stellen die Indikation zur Gabe von Spenderblut sehr streng nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unsere Patienten profitieren von der enormen Qualität und Routine unserer Operateure, z.B. im Bereich der Gelenk-Endoprothetik an Hüfte, Knie und Schulter, der Wirbelsäulenchirurgie und der Dickdarm-Chirurgie bei Krebs oder Entzündungen“, veranschaulicht der Experte. Bei geplanten Operationen benötigen die Ärzte fast nie Fremdblut – „was keineswegs selbstverständlich ist. Im gesamten Krankenhaus machen wir uns außerdem viele Gedanken, welche Blutabnahmen vermieden werden können.“

In Deutschland sind die Uniklinika Frankfurt mit Prof. Dr. Dr. Zacharowski und Münster mit Fr. Prof. Dr. Steinbicker in diesem Bereich führend. Während seiner Zeit am Universitätsklinikum Münster konnte Dr. Huppertz-Thyssen den Aufbau des entsprechenden Programms aus erster Hand verfolgen. Leider hat immer noch eine Minderzahl der deutschen Krankenhäuser solche strukturierten Konzepte.

Weitere Informationen: Caritas Trägergesellschaft West Düren
Sämtliche Pressefotos dieser Meldung (sofern vorhanden) stehen dem Empfänger honorarfrei zur Veröffentlichung im Zusammenhang mit den von der ctw veröffentlichten Themen zur Verfügung.


Pressematerial downloaden: