Pressemitteilung


20.07.2018


Veranstaltung „Schlaganfalltage“ im und am St. Augustinus Krankenhaus erreichte zahlreiche Interessierte

PRESSEMELDUNG
für das St. Augustinus Krankenhaus
20. Juli 2018

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292, Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

Fotos (© K. Erdem) v.l.: Redakteurin Anne Welkener, Oberarzt Dr. med. Chhay Heang Lay, Pflegeexpertin Marion Baum und Chefarzt Herbert Breuer kurz vor dem Vortragsabend

(5.780 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Veranstaltung „Schlaganfalltage“ im und am St. Augustinus Krankenhaus erreichte zahlreiche Interessierte
Schlaganfall ein Notfall! Vorbeugung und schnelle Hilfe ans Herz gelegt

Das St. Augustinus Krankenhaus mit der Fachabteilung für Neurologie und der Spezialstation Stroke Unit für Schlaganfallerkrankte informierte zahlreiche Interessierte an zwei Tagen über die Erkrankung Schlaganfall.
Los ging es mit Informationen, Blutzucker- sowie Blutdruckmessungen und Ultraschall der Halsschlagader am Schlaganfallbus auf dem Vorplatz des St. Augustinus Krankenhauses. Angst vor einem Schlaganfall, Sorge wegen familiärer Veranlagung oder Empfänglichkeit für Schlaganfall oder die Risikofaktoren waren die Hauptgründe für den Besuch des Schlaganfallbusses und der Informationsstände.
Neurologen, Pflegekräfte, die Diabetesberaterin sowie Ernährungsberaterinnen der AOK Rheinland-Hamburg informierten die Besucher. Ob die richtige Größe der Manschette des Blutdruckmessgerätes oder die optimalen Blutzuckerwerte, die ausgewogene Ernährung anhand der Ernährungspyramide mit zuckerfreien Getränken, Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie Milchprodukten und wenig Fleisch, Fetten und Süßigkeiten oder Möglichkeiten des Rehabilitationssports – der rege Austausch mit den Experten brachte viele Tipps und Erkenntnisse hervor.
Der Info-Bus fährt durch ganz Deutschland und machte im Rahmen der Kampagne und Aufklärungstour „Herzenssache Lebenszeit“ auch am St. Augustinus Krankenhaus Halt. Die Kampagne wurde von der Firma Boehringer Ingelheim initiiert und findet in Kooperation mit verschiedenen Stiftungen und Fachgesellschaften* statt.

Am zweiten Informationstag präsentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie des St. Augustinus Krankenhauses ihre Tätigkeitsbereiche. In der Schlaganfallbehandlung sind sie fester Bestandteil des Behandlungsteams, sehen die Patienten am Tag der Einlieferung oder einen Tag später. Je nach Schwere des Schlaganfalls passen sie die Übungen individuell an den Patienten an. Schluck- oder Sprachstörungen werden behandelt, die Koordination, Feinmotorik, das Gleichgewicht und die Muskeln werden trainiert. Tipps für alltägliche Tätigkeiten wurden ebenfalls präsentiert. So verhindert eine Antirutschmatte, dass der Gegenstand umfällt, der darauf gestellt wird. Ein Joghurtbecher kann in eine Tasse gestellt werden, steht sicher und der Patient kann alleine mit einer Hand essen.
Führungen durch die ambulante neurologische Reha im Dürener Rehabilitationszentrum (DRZ) rundeten diesen Teil der Informationsweitergabe ab.

Anschließend fand das Forum Medizin der Dürener Zeitung in Kooperation mit dem St. Augustinus Krankenhaus und mit der AOK Rheinland-Hamburg zum Thema „Schlaganfall – ein Notfall!“ statt.
Herbert Breuer, Chefarzt der Abteilung Neurologie im St. Augustinus Krankenhaus Düren-Lendersdorf (Arzt für Neurologie, Leiter der Neurologischen Intensivmedizin, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Intensivmedizin) erläuterte zunächst, was bezüglich Ernährung, Sport und Reisen mit und nach einem Schlaganfall zu beachten ist. Beim Sport gilt, dass eine Ausdauerbelastung empfohlen wird, keine kurzzeitige Spitzenbelastung. Wandern oder Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen – am besten in Gesellschaft. Und man sollte sich während der Betätigung noch unterhalten können, denn Luftnot und Überanstrengung sollten die Patienten meiden. Die Ernährung sollte mediterrane beeinflusst sein, wie es auch die Ernährungspyramide rät. Beim Reisen empfiehlt der Neurologe ebenfalls keine Extreme. Auf Bergtouren über 2.500 Meter, Tiefseetauchen und Kreuzfahrten in der Arktis sollten Betroffene verzichten. Am stressfreisten ist die Reise per Bahn, da Autofahren, auch als Beifahrer, oder Flugreisen eine erhöhte Beanspruchung zur Folge haben. Der behandelnde Arzt berät hierzu gerne.
Dr. med. Chhay Heang Lay, Leitender Oberarzt und Leiter der Schlaganfalleinheit „Stroke Unit" (Facharzt für Neurologie) referierte zum Thema Akutbehandlung des Schlaganfalls. Der Schlaganfall ist immer ein Notfall. Bei Symptomen wie Halbseitenlähmung oder Sehstörungen, auch verbunden mit plätzlicher Müdigkeit muss sofort der Notarzt gerufen werden. Symptome können schwach oder stark ausgeprägt sein, deshalb appelliert der Neurologe, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig oder zu spät Hilfe gerufen zu haben. Betroffene sollten dann schnellstmöglich zu einer Stroke Unit gebracht werden, die speziell für Schlaganfallbehandlungen ausgestattet ist. Die Fachärzte unterscheiden zunächst, ob ein Gefäßverschluss und damit fehlende Durchblutung, oder eine Hirnblutung vorliegt. Beim Gefäßverschluss kann innerhalb von 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome das Gerinnsel, das das Gefäß verstopft, medikamentös aufgelöst werden. Die Zeit spielt eine große Rolle, da es neben dem Infarktkern Risikogewebe gibt, das man bei schneller Behandlung retten kann. Später nimmt der Infarktkern zu und weiteres Gewebe stirbt ab. Mit der sogenannten Thrombektomie kann ein Gerinnsel zudem mit einem Katheter aus dem Gefäß rausgezogen werden. Im Anschluss überwachen die Ärzte den Patienten auf der Stroke Unit sehr genau, um etwa weitere Schlaganfälle zu vermeiden.
Marion Baum, Pflegeberaterin bei der AOK Rheinland/Hamburg, Regionaldirektion Städteregion Aachen – Kreis Düren, erklärte zum Abschluss der Vorträge, was im Falle der Pflegebedürftigkeit passiert. Jeder hat das Recht auf eine Pflegeberatung. Marion Baum erläuterte den formalen Ablauf eines Pflegeantrags und welche Leistungen in Anspruch genommen werden können.
Anne Welkener, Redakteurin der Dürener Zeitung, führte durch den Abend und koordinierte die Fragerunden an die Experten, die jeweils nach den Vorträgen noch zu Rate gezogen wurden.

*(Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“, Deutsche Stiftung für chronisch Kranke, Deutsche Diabetes-Stiftung, Deutsche Diabetes Hilfe, Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe, Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes, Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Deutsche Nierenstiftung, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Herzstiftung sowie Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft).

Weitere Informationen: Caritas Trägergesellschaft West Düren
Sämtliche Pressefotos dieser Meldung (sofern vorhanden) stehen dem Empfänger honorarfrei zur Veröffentlichung im Zusammenhang mit den von der ctw veröffentlichten Themen zur Verfügung.


Pressematerial downloaden: