Pressemitteilung


07.09.2018


19.09.2018 - Interaktiver Vortag und Infostände zum Thema Demenz und Demenzbetreuung des St. Josef-Krankenhauses Linnich

PRESSEMELDUNG/PRESSEEINLADUNG
für das St. Josef-Krankenhaus Linnich
07. September 2018

Von:
Caritas Trägergesellschaft West gGmbH
Öffentlichkeitsarbeit/K. Erdem
Holzstraße 1
52349 Düren

Telefon: 02421 55599-152, Mobil: 0172 8711292,Telefax: 02421 55599-110, E-Mail: kerdem@ct-west.de, Internet: www.ct-west.de

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19.09.2018 - Interaktiver Vortag und Infostände zum Thema Demenz und Demenzbetreuung des St. Josef-Krankenhauses Linnich
17 Uhr im Rathaussaal der Stadtverwaltung – Möglichkeit der kostenlosen Betreuung eines Angehörigen während der Veranstaltung

Ein Interaktiver Vortrag zum Thema Demenz und Demenzbetreuung des St. Josef-Krankenhauses Linnich findet am Mittwoch, 19.09.18, um 17 Uhr im Rathaussaal der Stadtverwaltung, Rurdorfer Straße 64, statt. Dr. Gerhard Mertes, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, und das Team der Station B2 im St. Josef-Krankenhaus informieren zum Thema. Anschließend haben die Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit Fragen zu stellen, die von den Experten beantwortet werden.

Zudem können sich alle Interessierten an Informationsständen informieren: Die Station B2 präsentiert Aromaöle und Beschäftigungsangebote, der Sozialdienst und die Familiale Pflege, die Physiotherapie und das Demenz Service-Zentrum Regio Aachen/Eifel stellen sich vor. Außerdem sind einige Schnupperstationen zum Demenzparcours des Linnicher Krankenhauses zu sehen. Die Anmeldung für eine kostenlose Betreuung eines Angehörigen während der Veranstaltung wird unter Telefon: 02462 204-8992 erbeten. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

„Das Linnicher Krankenhaus ist Vorbild für ganz Deutschland mit der Art und Weise, wie es Patienten, die zusätzlich an Demenz erkrankt sind, besonders unterstützt und begleitet“, sagte der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel bei seinem letzten Besuch in 2017 im Linnicher Krankenhaus. Schon davor hatte das St. Josef-Krankenhaus Linnich bundesweite Aufmerksamkeit gewonnen mit der speziellen Betreuung von Patienten mit der Nebendiagnose Demenz.

Die Betroffenen werden im Linnicher Krankenhaus wegen einer internistischen oder chirurgischen Erkrankung behandelt. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt seit 2009 dann darauf, dass sich die vorhandene Demenz durch die ungewohnte Umgebung und Behandlung nicht verschlechtert. „Wir möchten die Patienten besser behandeln, sie nicht fixieren und sedieren“, fasst Dr. Gerhard Mertes, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, zusammen, wie es dazu kam, eine Station auf die besonderen Bedürfnisse der dementen Patienten einzurichten.
Ein großes Anliegen ist den Beteiligten des Linnicher Krankenhauses, darauf hinzuweisen, dass diese Pflegeleistung nicht finanziert wird. „Die Mitarbeiter auf der Demenzstation sind mit dem Herzen dabei. Das geht auch gar nicht anders“, erklärt Marlies Jansen, stellvertretende Pflegedirektorin. Doch ein solches Engagement wird auch Grenzen haben. „Jedes Krankenhaus soll demenzfreundlich werden“, wünscht sich Jansen. Aber dies wird nur möglich sein, wenn die Leistungen auch finanziell abgebildet werden können, sind sich alle sicher. Dazu gehören auch Prävention und Verhinderung von Folgekrankheiten.
Frau Dr. med. Grit Böckler, Oberärztin Innere Medizin, bringt das Beispiel Delir: Ältere und besonders auch kognitiv eingeschränkte Menschen sind gefährdet, daran zu erkranken. Es ist gekennzeichnet durch ein gestörtes Bewusstsein oder eine gestörte Wahrnehmung, Desorientierung und Schlafstörungen. Es äußert sich entweder durch unruhiges, auch aggressives Verhalten oder durch passives bis hin zu apathischem. Der Stress während eines Krankenhausaufenthaltes spielt unter anderem bei der Entstehung eine große Rolle. Eine wichtige Aufgabe in Krankenhaus ist es, das Delir zu vermeiden, was einen erhöhten Betreuungsaufwand nötig macht.

Hintergrund
Die Zahl der Demenzerkrankten steigt seit Jahren, zurzeit wird von 1,6 Millionen Betroffenen ausgegangen. Häufig geht mit der Demenz herausforderndes Verhalten einher. Der Pflegeaufwand auf der Demenzstation im St. Josef-Krankenhaus Linnich ist höher als auf einer Normalstation. Die Patienten sollen so viel, wie (noch) möglich ist, selbst machen, weshalb die Unterstützung durch die Pflegekräfte zeitintensiver ist. Alle nicht bettlägerigen Patienten nehmen ihre Mahlzeiten im Aufenthaltsraum ein, wo auch Beschäftigung wie spielen, singen und Zeitung lesen stattfinden. Zusätzlich zu individuellen physiotherapeutischen Maßnahmen findet einmal in der Woche eine Bewegungstherapie statt. Die Beschäftigung nimmt den Patienten die Angst, sie fühlen sich wohler. Ein Alarmsystem auf der Station sorgt dafür, dass die Patienten mit Bewegungsdrang sich auf der Station frei bewegen können. Verlassen sie diese, ertönt ein Alarm und die Pflegekräfte holen sie wieder auf die Station zurück. Für bettlägerige Patienten steht ein Snoezelen-Wagen zur Verfügung: Geräusche, Lichteffekte, verschiedene Materialen regen die Sinne an, eine Handmassage erfolgt mit Aromaölen.
Krankenschwestern wurden im Linnicher Krankenhaus zu Demenzexperten und Schwesternhelferinnen zu Betreuungsfachkräften nach § 87 b Sozialgesetzbuch XI ausgebildet. Das Team sammelt so viele biografische Informationen über den Patienten wie möglich. Dabei unterstützen die Angehörigen und Pflegeeinrichtungen sie.
Die Zimmer auf der Demenzstation sind mit warmen Farbtönen und vielen verschiedenen Einrichtungsgegenständen für eine wohnliche Atmosphäre gestaltet. Die Zimmertüren sind mit selbst gemalten Bildern gekennzeichnet, die die Patienten leichter wiedererkennen als eine Zimmernummer. Jeder Patient erhält zum Eigenschutz ein Elektrobett mit besonders niedrigem Einstieg. Für Angehörige, die den Patienten während des Aufenthaltes begleiten möchten, gibt es das sogenannte „Rooming-in“.

Weitere Informationen: Caritas Trägergesellschaft West Düren
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